Hoch die Preise! – Preiserhöhungen bei Chips

Preiserhöhungen gibt es gerade überall, das werden Sie sicher bestätigen. Aber in kaum einem Bereich ist es so extrem, wie bei digitaler Technik. Fast Alles, was einen Chip enthält, hat sich in den letzten Monaten verteuert, bis zum Achtfachen. Eine Festplatte, die im Oktober 2025 noch 20 EUR kostete, liegt jetzt bei über 60 EUR. RAM-Speicher-Preise sind von 50 EUR auf über 200 EUR gestiegen. Alle großen Händler weisen darauf hin, dass sich dies noch eine Weile so weiter gehen wird. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Zum eine findet die Produktion von Chips nur noch an wenigen Orten statt, insbesondere in Taiwan, daneben auch noch etwas in Südkorea und den USA. Neue Produktionen können nicht schnell aufgebaut werden, darum gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. Dadurch wirken sich politische Ereignisse, wie z.B. die Situation zwischen China und Taiwan oder den USA und Europa extrem auf die Preise aus. Zugleich hat die Nachfrage großer Unternehmen extrem zugenommen. Diese benötigen die Chips für riesige Rechenzentren, z.B. für KI oder Cloud(speicher).

Zu guter Letzt wird bei solchen Preisschwankungen auch gerne spekuliert. Investoren kaufen einfach große Mengen an Chips auf, einfach um sie teurer weiter zu verkaufen. Sie benötigen die Chips nicht unbedingt, aber es lässt sich damit gerade ein gutes Geschäft damit machen. Das macht sich besonders bei einfacheren Bauteilen bemerkbar, da diese gut handelbar sind. Besonders betroffen sind darum RAM-Speicher und Festplatten. Da hat der normale Endverbraucher leider das Nachsehen und wird von den Preiserhöhungen besonders getroffen.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz

Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.

Links zum Thema:

Eine gute Zusammenfassung bei CSL-Computer

PCGamesHardware zu RAM-Preisen

Computerbase: RAM-Preise der letzten 3 Monate untersucht

Preisentwicklung bei Heise