Social-Media-Verbot ?

Aktuell wird über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche diskutiert. Sowohl SPD, als auch CDU fordern ein komplettes Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Für die 14 bis 16-jährigen soll es dann spezielle Jugendversionen geben. Erst ab 16 Jahren sollen die Plattformen komplett freigegeben werden. Mit den Plattformen sind insbesondere TikTok, Instagram und YouTube (Shorts) gemeint, aber auch Facebook, Twitch und andere fallen darunter – wahrscheinlich sogar WhatsApp.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die meisten dieser Dienste laden dazu ein, stundenlang dort zu verweilen und sich immer wieder neue Inhalte vorschlagen zu lassen. Die Vorschläge werden vom Algorithmus persönlich angepasst und bringen immer genau(er) das, was man sehen möchte. Das macht hochgradig süchtig, verschlechtert die Denkfähigkeit und kann zu Ängsten und Depressionen führen. Mobbing, Bedrohungen und Online-Kriminalität kommen als zusätzliche Faktoren dazu. Da sich Kinder und Jugendliche noch in der Entwicklung befinden, sind sie besonders schützenswert.

Für diesen Schutz sind natürlich in erster Linie die Eltern verantwortlich. Allerdings sind viele Eltern nicht nur ebenfalls betroffen, sondern leben es den Kindern sogar falsch vor. Nicht selten sind die Jüngeren sogar vernünftiger im Umgang, als die Älteren. Ein altersunabhängiger „Führerschein“ könnte also angebrachter sein, als ein komplettes, altersabhängiges Social-Media-Verbot. Mit dem Verbot ist es dann übrigens auch wie bei Schnaps und Zigaretten: Man kann es umgehen! – Und da sind dann wieder die Eltern gefordert …

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz

Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.

Links zum Thema:

Artikel zur Diskussion auf „Das Parlament“

Kanzler Merz (CDU) zum Thema

Zum Vorschlag der SPD