Spritsparen: OBD-Dongles helfen nicht

Die aktuellen Spritpreise sorgen leider nicht nur für Verzweiflung. Wie so oft, gibt es auch gleich ein paar kreative Geschäftsideen. Diese helfen aber leider selten. Es gibt zum Beispiel schon ab 10 Euro sogenannte OBD-Dongles im Internet zu kaufen, die beim Spritsparen helfen sollen. Die kleinen Stecker sollen 15-35% Sprit zu sparen, sind aber nur fabrikneuer Elektroschrott.

OBD steht für „On Board Diagnose“ – eine kleine Schnittstelle, die seit ca. 20 Jahren in jedem Auto verbaut wird. Über diese können viele Daten über das Auto ausgelesen und auch einfache Befehle an das Auto gesendet werden. Meist befindet sich die Schnittstelle als Buchse im Fußraum. Die angebotenen Spritspar-Dongles sehen aus, wie Legosteine und können direkt auf die Schnittstelle gesteckt werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben, zum Beispiel Blau für Diesel und Grün für Benzin. Einmal aufgesteckt blinken sie in verschiedenen Farben und tun mächtig beschäftigt. Was dahinter steckt, haben sich nun der ADAC und die Computerspezialisten von der CT einmal angeschaut:

Es bleibt lediglich beim Blinken, denn mehr können die kleinen Stecker nicht. Der Dongle enthält nur einen Spannungswandler, drei Leuchtdioden sowie die dazu erforderlichen Schaltungen und einen Taster. Die meisten Kontakte sind gar nicht angelötet. Eine Datenverbindung zum Auto findet nicht statt. Helfen kann das trotzdem, denn wer so etwas nutzt, fährt meist auch achtsamer und spart dadurch Sprit – der sogenannte Placebo-Effekt. Diesen kann man aber durchaus ernst nehmen, denn er beweist: Vernünftiges Fahren kann wirklich Sprit sparen.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz

Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.

Zur Webseite vom Unstrut-Echo

Links zum Thema:

Spritkosten-Spam bei Heise

Heise zum Thema bereits 2022

Spiegel berichtet über Spritspar-Dongles

Zum Thema bei Netzwelt

Der ADAC berichtet

Golem über die Fake-Dongles