Sprachnachrichten werden zumeist gerne versendet – aber leider nicht ganz so gerne empfangen. Für den Absender ist eine Sprachnachricht bequem und schnell, ohne mühsames Tippen und Rechtschreibung beachten. Einfach so reden, wie es grade passt. Durch die Stimme sind Betonungen, Emotionen und das Umfeld inklusive. Inklusiv ist die Sprachnachricht sowieso: Nicht jeder kann flott auf dem Smartphone tippen. Legastheniker und Menschen mit motorischen Einschränkungen oder Sehbehinderung etwa haben es durch Sprachnachrichten viel einfacher. Das Einfache verführt aber auch zum Plaudern mit vielen, eventuell unnützen Informationen.
Genau da wird es für den Empfänger schwierig: Sprachnachrichten muss man voller Länge anhören, statt schnell einen Text zu überfliegen. In unpassenden Momenten – etwa in der Öffentlichkeit oder im Büro – können sie nicht einfach abgehört werden. Zudem fehlen Funktionen wie die Möglichkeit, gezielt Stellen zu suchen oder Inhalte später schnell nachzulesen. Konkrete Absprachen passen darum weniger gut in Sprachnachrichten. Technische Daten oder Informationen (Telefonnummern, Anschriften oder E-Mail-Adressen) gehören am besten gar nicht in eine Sprachnachricht. Wenn, dann schicken Sie diese zumindest immer noch einmal in Textform hinterher.
Die Grundtips für Sprachnachrichten lauten also: Kurz fassen (1-2Minuten), Keine Geheimnisse, die niemand mithören soll und Keine technischen oder sonstig wichtige Daten. Als Faustregel kann man sagen: Persönliche, eventuell sogar emotionale Mitteilungen im privaten Kreis (ohne große Geheimnisse) eignen sich gut für eine Sprachnachricht. Konkrete Daten und Fakten sind immer besser in Textform aufgehoben – besonders, wenn man sie später noch braucht.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz
Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.
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