Bereits im Januar warnte das BSI vor sogenanntem „Ghost-Pairing“ als neue Betrugsmasche via WhatsApp – nun sind auch die ersten Fälle im Unstruttal aufgetaucht. Bei diesem Angriff nutzen Kriminelle WhatsApp, um Freunde und Bekannte z.B. um Geld oder andere Gefälligkeiten zu Bitten. Das ganze funktioniert über eine eigentlich sehr praktische Funktion von WhatsApp: Sie können es auf verschiedenen Geräten nutzen.
Um WhatsApp-Nachrichten zum Beispiel bequem vom PC zu schreiben, laden Sie sich einfach die App herunter und verknüpfen diese mit dem Gerät, auf dem Sie WhatsApp hauptsächlich nutzen. Das Hauptgerät ist wahrscheinlich in den meisten Fällen ihr Handy. Zum verknüpfen wird Ihnen dorthin ein Code gesendet oder Sie scannen damit einen QR-Code. Das ist ziemlich einfach, heisst aber auch, dass jemand anderes den Code abfangen kann. Da solche Codes inzwischen für verschiedene Dienste abgefragt werden, verwundert das auch meistens nicht. Da nehmen Sie schnell mal an einer Umfrage teil, stimmen für jemanden ab und bestätigen das einfach mit einer Zahlenfolge. Diese Zahlenfolge gibt der Angreifer dann bei sich ein und schon kann er in Ihrem Namen an all Ihre Kontakte schreiben.
Wenn Sie Glück haben, werden Ihre Kontakte, Freunde und Bekannten misstrauisch und melden sich bei Ihnen. Wenn Sie Pech haben, fallen diese darauf hinein, schicken „Ihnen“ Geld oder tun einen anderen Gefallen und der Angreifer profitiert davon. Schauen Sie also einfach mal bei WhatsApp in die Einstellungen unter „Verknüpfte Geräte“. Sollte da ein Gerät stehen, was Sie nicht kennen, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen solchen Fall von „Ghost Pairing“ – also übersetzt eine „Geister-Verknüpfung“. Entfernen Sie das Gerät aus der Liste und schon ist das Problem behoben.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz
Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.
Links:
zur Online-Ausgabe vom Unstrut-Echo