Wer viel im Netz unterwegs ist, dem ist der Begriff VPN sicherlich schon einmal begegnet. Viele Anbieter und Produkte werben damit, aber was ist das nun eigentlich – und: Brauche ich das überhaupt?
VPN ist die Abkürzung für „Virtual Private Network“, zu Deutsch sehr ähnlich: ein Virtuelles Privates Netzwerk. Manche sprechen auch einfach von einem „Tunnel“. Das trifft es sehr gut, denn ein Tunnel ist ein guter Vergleich. Normalerweise sind Sie im Netz relativ offen unterwegs. Sie, bzw. ihr Gerät bekommen ein sogenannte IP-Adresse zugeteilt und die ist für alle einsehbar. Die Webseiten und Dienste, die Sie besuchen haben auch eine IP-Adresse und sind genauso einsehbar. Mittels VPN können Sie aber diese Daten verschleiern. Sie benutzen dann quasi einen Tunnel durch das Internet, der nicht für andere einsehbar ist. Sie können so im ungeschützten Internet eine geschützte Verbindung zwischen zwei Endpunkten herzustellen. Das ist zum Beispiel nötig, wenn Sie von zu Hause auf den Dienstrechner, der auf Arbeit steht, zugreifen und dort arbeiten wollen. Für Home-Office gibt es daher, vor allem seit Corona, kaum eine Alternative.
Oft können Sie VPN auch mit zusätzlichen Diensten kombinieren. Sie können den Datenverkehr im Tunnel verschlüsseln, um die Sicherheit zu erhöhen. Sie können sogar gewissen Internet-Diensten einen anderen Wohnort, ein anderes Land, ja sogar einen anderen Kontinent vorgaukeln, von dem aus Sie im Internet surfen. Bevor Sie nun aber VPN immer und überall einsetzen, überlegen Sie, ob es wirklich nötig ist. Aus technischen Gründen drosselt es nämlich auch die Geschwindigkeit.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz
Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.
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