Mit Schockwerbung meine ich nicht die Bilder auf Tabakprodukten, sondern die ganzen Warnungen, die am Handy aufploppen. Da heißt es dann: „Dein Speicher ist voll – schaffe jetzt mehr Platz!!“, „Sie haben 523 Viren – schützen Sie sich schnell!“, „Nur noch 2 Tage, dann ist das Telefon kaputt!“ oder sogar „Ihr Handy wurde gehackt – Handeln Sie schnell!“ – Alles sehr bedrohlich, immer muss schnell gehandelt werden, aber zum Glück gibt es Hilfe. Einfach nur eine App installieren, sich registrieren oder mal eben die Kontodaten angeben – Schon wird geholfen. Leider stimmt das alles so nicht …
Das ist zu 99% Alles nur Fehlalarm. Es sind hässliche Werbeeinblendungen, die sehr verunsichern. Darum nennt man sie auch „Schockwerbung“. Gesendet wird sie von mindestens einer App, meistens aber sogar von mehreren. Wie Viren vermehren sie sich auf dem Telefon. Zuerst war da nur eine App – eine kostenlose! Aber auch diese App wurde Programmiert und der Programmierer möchte seine Miete bezahlen. Die App gibt es kostenlos, aber dafür mit Werbung – das ist dann diese Schockwerbung. Installiert man dann noch die empfohlene Hilfs-App, schickt diese gleich noch zusätzlich solche Werbung. Das geht so lange, bis das Handy eigentlich nur noch solche Nachrichten anzeigt.
Meistens sind die ursprünglichen Auslöser Apps für PDF oder zum Scannen von QR-Codes. Die braucht man auch eigentlich nicht mehr. Moderne Handys haben bereits von Haus aus einen QR-Code-Scanner und für PDFs eignet sich auch der bereits integrierte Betrachter. Das ist bei Android-Handys das Google-Drive und bei iPhones der normale Datei-Betrachter. Jetzt machen Sie bitte nur noch einen großen Bogen um die ganzen Optimizer-, Cleaner- und Booster-Apps und Sie sollten viel weniger Schockwerbung auf dem Handy bekommen.

Maik Sandmüller, Fachinformatiker und Sachverständiger für Datenschutz
Dieser Beitrag gehört zur Kolumne „Computerprobleme“, die regelmässig im Unstrut-Echo erscheint.
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